Meine erste mehrtägige Wanderung

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Durch meine Storys auf Instagram kam Interesse an meinen Erfahrungen auf. Aus diesem Grund schreibe ich hier ein paar Zeilen darüber. Solltest du nicht von Instagram kommen, dann schau gerne mal auf meinem Profil vorbei: www.instagram.com/stefanwinterstetter/

Und jetzt geht es los!

Wie der Titel schon vermuten lässt, bin ich kein Experte. Vielleicht macht es aber gerade das interessant, weil du selbst vor deiner ersten mehrtägigen Wanderung stehst.

Ich gehe hier nicht groß auf meine Route ein, da ich diese teilweise recht spontan gestalten musste. Wichtig zu wissen ist aber: Ich war nie sonderlich weit entfernt von der Zivilisation. Ein Ausstieg wäre also jederzeit gut möglich gewesen, sodass sich die Risiken in Grenzen hielten. Nur so viel: Mein Weg führte mich von Nördlingen durch das Altmühltal bis nach Ingolstadt. Gelaufen bin ich knapp über 80km an 2,5 Tagen. Es ging recht gemischt über Asphalt, Waldwege und Pfade. Die Höhenmeter waren überschaubar. Technisch waren die Wege sehr einfach.

Das Altmühltal eignet sich übrigens hervorragend zum Wandern und der Altmühltal-Panoramaweg führt über 200 Kilometer zusammenhängend quer durch den Naturpark Altmühltal. Infos dazu findet ihr unter www.naturpark-altmuehltal.de/altmuehltal-panoramaweg/

Jetzt geht es aber wirklich los!

Haupterkenntnis

Als wichtigsten Punkt vorneweg kann ich sagen: Von fast allem hatte ich zu viel dabei. Mit 12 kg war mein Rucksack deutlich zu schwer. Mir ging es wohl, wie es uns allen im Leben oft geht: Wir schleppen so vieles mit uns herum, was wir eigentlich nicht brauchen. Daher nehme ich aus der Wanderung als wichtigste Erkenntnis in meinen Alltag mit: Ich trenne mich von überflüssigem Ballast und gehe zukünftig (hoffentlich) leichter durchs Leben.

Im Detail

Punkte, die gut funktioniert haben:

1. Mein neues „Superfood“ heißt Studentenfutter. Auch wenn man es längst kennt – bei mir stand es bisher nie auf dem Speiseplan. Dieses „Superfood“ hat viele Vorteile für Wanderer: 1) Es bringt schnell Energie. 2) Es nimmt wenig Platz weg und hat kaum Gewicht. 3) Es lässt sich bestens „on Tour“ verzehren. 4) Man kann es in kleinen Portionspackungen à 40g kaufen. So fliegt nach dem Verzehr einer Portion keine offene Tüte mehr im Rucksack herum. Natürlich könnt ihr auch eine große Packung kaufen oder eine eigene Mischung kreieren; dann aber unbedingt an einen sicher wiederverschließbaren Beutel denken! 5) Ein besonders wichtiger Vorteil: Studentenfutter hält sich tagelang – auch bei Hitze. Mit meinem persönlichen „Superfood“ bin ich bestens durch den Tag gekommen, ohne hungern zu müssen. Abends konnte ich immer einkaufen oder essen gehen. Also: Alle Probleme gelöst!

2. Mein „Badezimmer“ (Kulturbeutel) bestand aus Mini-Packungen, die man zwischen 50 Cent und 1 Euro in Drogeriemärkten erhält. Der Inhalt liegt üblicherweise zwischen 30 und 75 mg. Zusätzlich hatte ich mir (ebenfalls in einem Drogeriemarkt) einige kleine Dosen mit Schraubverschluss besorgt. Diese verwendete ich für Produkte wie Deocreme, Bodylotion und Duschgel. Um in Zukunft etwas Müll einzusparen, möchte ich auf die kleinen Packungen ganz verzichten und ausschließlich die Dosen zum selbst Befüllen einsetzen.

3. Die Navigation während der Tour funktionierte mit der kostenpflichtigen App von Outdooractive und Google Maps prima. Zwar schaffte es mein Handyakku nicht über den ganzen Tag. Mit der Powerbank im Rucksack ließ sich aber auch dieses Problem lösen. 10.000 maH waren dabei, 5.000 maH hätten locker gereicht. Hier hätte ich also etwas Gewicht einsparen können. Für die Planung vor der Reise war Google Maps übrigens auch sehr hilfreich. Das werde ich auch zukünftig viel mehr nutzen.

4. Ein Oberteil aus Merino war eine sehr gute Wahl! Ich hatte 2 T-Shirts dabei, habe in den 2,5 Tagen aber nur eines getragen. Ich wollte das Funktionsshirt an seine Grenzen bringen! Doch es ließ sich nicht bezwingen. Selbst am dritten Tag hat nichts gemüffelt.

5. Trinken ist gerade im Sommer natürlich ein wichtiges Thema. Wie ich es von meinen Tagestouren gewohnt war, nahm ich PET-Flaschen (Wasser und Schorle) mit insgesamt 2,5 Litern mit. Unterwegs füllte ich diese entweder wieder auf oder tauschte sie aus. Am zweiten Tag erreichte mein Verbrauch allein on Tour den Spitzenwert von 6 Litern. Das zeigt: Von vornherein genügend mitzunehmen, ist praktisch unmöglich oder nicht sinnvoll. Natürlich hätte ich statt der Flaschen eine Trinkblase nutzen können. Dagegen spricht nichts – bis auf ein kleines, entscheidendes Detail in meinem Fall: Ich habe keine. Vielleicht werde ich mir aber mal eine zulegen. So gerne ich sonst auch Glasflaschen kaufe, on Tour sind diese für mich aufgrund von Gewicht und Zerbrechlichkeit keine Option.

In einer einzigen Situation fehlte mal eine Möglichkeit zum Nachfüllen. Da fragte ich einfach einen Mann, der gerade in seinem Garten stand, nach Wasser. Er freute sich, mir helfen zu können. – Das ist übrigens nur eine von vielen schönen Situationen, in denen mir Hilfsbereitschaft begegnete.

Punkte, die ich zukünftig optimieren werde:

1. Ich hatte 3 Hosen im Gepäck: eine lange, eine kurze und eine Regenhose. Der Grund dafür ist mir im Nachhinein ein Rätsel, denn getragen habe ich nur die kurze Hose. In Zukunft möchte ich eine Zip-Hose mitnehmen plus die Regenhose. So spare ich ein wenig Platz und Gewicht und ein Backup zur Not ist auch dabei.

2. Sonnenschutz ist enorm wichtig! Ich habe die vielen Stunden in der Sonne unterschätzt und mit einem kräftigen Sonnenbrand bezahlt. Folgende 3 Sachen gehören unbedingt ins Gepäck: Sonnencreme, Kopfbedeckung, Langarm-Oberteil. Letzteres hatte ich leider nicht dabei.

3. Nimm dir Zeit! Am Anfang der Tour fühlte ich mich regelrecht getrieben. Möglichst viele Kilometer wollte ich schaffen. – Was für ein Bullshit! Man bekommt keine Urkunde! On Tour zu sein, ist viel wichtiger als die erreichte Kilometer- oder Höhenmeter-Anzahl! Deshalb: Plane deine Tour auf keinen Fall am Limit! Sonst verpasst du mehr, als du gewinnst.

4. An- und Abreise: Mit Bahn und Schienenersatzverkehr hatte ich einen schlechten Start. Da das immer passieren kann, hat mich diese Erfahrung gelehrt: In Zukunft lege ich meine Anreise auf den Vortag. Kommt es dann zu einer Verzögerung, kann ich die geplante Tour höchstwahrscheinlich noch immer pünktlich und ohne Hektik starten. Um meine Rückreise hatte ich mir leider gar keine Gedanken gemacht. – Ein vermeidbarer Fehler, durch den ich am ursprünglich geplanten Ziel festgesessen wäre, weil dort sonntags kein Bus fährt. Es hieß also: Umplanen der letzten Etappe. Dieser Fauxpas wird mir bei meiner nächsten Tour nicht mehr passieren.

So, das war’s!

Ich hoffe, mein Bericht hat dir geholfen!
Für deine erste oder nächste Tour wünsche ich dir ganz viel Spaß!

Cheers, Stefan

P.S.: Solltest du dich wundern, dass hier außer dem Titelbild keine Fotos zu sehen sind, bleibt mir nur zuzugeben: Ich habe fast keine Bilder gemacht. Zwar hatte ich Kamera und zwei Objektive dabei; doch es kam nie große Lust auf, sie zu benutzen. Die wenigen Bilder der Tour sind überwiegend mit dem Handy entstanden. – Also keine großen Kunstwerke, aber für mich schöne Erinnerungen. Vielleicht spare ich beim nächsten Mal noch etwas Gewicht, indem ich meine Fotoausrüstung ganz zuhause lasse. Mal sehen *grins*